Gesichtsmerkmale

Das Gesicht eines Menschen macht auf uns den stärksten Eindruck. Es ist sehr ausdifferenziert in der Formbildung  und es gibt so viele Gesichter, wie es Menschen gibt. Dabei prägen unterschiedliche Formen von Stirn, Nase, Mund und Kinn das Aussehen des Gesichtes. Aber auch die Beschaffenhiet von Oberkiefer, Unterkieferbögen, Schläfenregion und Jochbeine geben Hinweise auf die Persönlichkeitstruktur einer Person. Am Ausdruck der Augen ist schnell zu erkennen, in welcher Stimmungslage sich ein Mensch befindet, aber auch noch weit mehr.

Ist die Unterstirn eines Menschen betont, lässt dies andere Rückschlüsse auf den Menschen zu als die Betonung der Oberstirn. Eine kürzere Nase bedeutet etwas anderes als eine längere Nase. Und auch die unterschiedliche Betonung von Ober- oder Unterlippe sagt etwas aus.

Den Menschen psycho-physiognomisch zu betrachten heißt zugleich, ihn anders anzuschauen. Es wird nicht mit dem Zentimetermaß „vermessen“, sondern der Mensch wird im Proportions-Sehen wahrgenommen. Neben dieser eher statischen Betrachtung ist es wichtig, die Hautstruktur in den einzelnen Arealen genau zu unterscheiden. Sind Rötungen vorhanden, ist das Hautgewebe gespannt, lederartig oder mehr weich? Scheint es mondlichtartig oder sind andere Ausstrahlungen zu beobachten. Es können sich in einem Gesicht sehr unterschiedliche Hauttypen befinden. Dies zu sehen ist das sog. feinfühlende Sehen, das in der Psycho-Physiognomik geschult wird und das für die Deutung von hoher Wichtigkeit ist.

Die Deutung des Menschen erschöpft sich nicht in der Belegung mit Attributen. Es ist sicher erkennbar ob jemand bspw.

  • willensbetont, tatkräftig ist, mit Bewegungsdrang ausgestattet, Durchsetzungsvermögen hat,  realistisch ist oder ob jemand
  • Feinempfinden,  besitzt, vorsichtig, empathisch und zurückhaltend ist und eher in der Vorstellung und Phantasie aktiv ist als im Realen

Ob auf jemanden die eine oder andere Beschreibung zutrifft wird üblicherweise nach psycho-physiognomischem Ur-Instinkt, also nach dem Bauchgefühl, entschieden.

Der Psycho-Physiognom muss sich nicht auf sein Gefühl verlassen, sondern kann anhand der Merkmale der Profillinie, des Hautgewebes wie der Haarstruktur, Haarwirbelbildung, Kopflänge und Kopfform und den verschiedenen Proportionsverhältnissen diese Eigenschaften am Aussehen erkennen.

Für die Psycho-Physiognomik ist die logisch-analytische Herangehensweise wichtig, aber die gefühlsmäßige Einschätzung, das „fühlende Wahrnehmen“ ist hierzu gleichbedeutend. Mit zunehmender Beschäftigung nähern sich beide Sichtweisen einander an.

Das Gesamtbild eines Menschen ist wie gesagt weitaus komplexer als die Belegung mit Attributen. Es greifen viele verschiedene Strömungen ineinander und diese sind zu erkennen und gegeneinander abzuwägen. In einer qualifizierten Schulung bekommt man vermittelt, woran was zu erkennen ist und wie unterschiedliche Eigenschaften in ihren Zusammenhängen zu betrachten sind. Man wird damit in die Lage versetzt, mehr vom Menschen zu erkennen. Psycho-Physiognomik heißt aber nicht, nur den anderen besser einschätzen zu können, sondern auch, um die eigenen Bedürfnisse, Stärken und Schwächen zu wissen.

Und hier zeigt sich der eigentliche Sinn von Psycho-Physiognomik. Die Antwort auf die Frage: „Wie  verwirkliche ich meine Anlagen, meine Bestimmung, die sich in meinen Talenten, Begabungen und Bedürfnissen ausdrücken, in meinem Umfeld, im konstruktiven und friedlichen Umgang mit meinen Mitmenschen.