Patho-Pysiognomik

Voraussetzung für den sorgfältigen Umgang mit patho-physiognomischen Wissen ist die Schulung des Sehens und Beobachtens, um genau wahrzunehmen. Gleichzeitig müssen wir unser Empfindungsvermögen schulen und sensibilisieren, um physiognomische Erkenntnisse mit dem nötigen Fingerspitzengefühl einsetzen zu können.

Patho-Physiognomik zeigt Funktionsstörungen

Patho-Physiognomik erklärt die Krankheitszeichen im Gesicht. Insbesondere Veränderungen in der Strahlung, Spannung und Färbung der Haut können Funktionsstörungen anzeigen, lange bevor sie ein Organ angreifen und krankhafte Veränderungen auftreten. Patho-Physiognomisches Wissen hilft bei der Früherkennung krankhafter Veränderungen im Körper und eignet sich hervorragend zum prophylaktischen Einsatz.

Literatur zum Thema

In jahrelanger gründlicher Forschung wurde die Patho-Physiognomik von Natale Ferronato in ihrer heutigen Form entwickelt. Er hat die Areale und Zonen erkannt, die bestimmten Organen oder Funktionen zugeordnet sind. Hier können nur einige grundlegende Zonen des Gesichts beschrieben werden, für Interessierten sind die Bücher von Natale Ferronato „Praxis der Patho-Physiognomik“, von Karlheinz Raab „Dein Gesicht, der Spiegel Deiner Gesundheit“ oder von Manfred Müller „Das Gesicht als Spiegel der Gesundheit“ empfehlenswert.

Abweichungen von der Norm

Im Gesicht können wir zu einem sehr frühen Zeitpunkt Abweichungen von der Norm sehen, noch bevor aus der Gesundheit Krankheit geworden ist. Das bedeutet, dass da die Veränderungen noch reversibel sind. Reine Erkrankungen der Haut (Warzen, Ekzeme, Narben, Leberflecke etc.) werden bei der patho-physiognomischen Betrachtung nicht bewertet. Bei einem gesunden Menschen ist die Gewebefüllung, die Farbe, Strahlung und Spannung der Haut ebenmäßig. Menschen mit feiner, zarter Haut sind meistens feinfühlig, während ein grobes Hautbild „Dickhäutigkeit“ auch im übertragenen Sinn anzeigt.

Farbe und Strahlung

Veränderung von Farbe und Strahlung stehen für allgemein gültige Aussagen:

  •  Rot  –  Entzündungen
  •  Weiß  –  Insuffizienz
  •  Braun  –  Degeneration
  •  Gelb/Orange  –  Leberstörung
  •  Grün  –  Toxische Belastung
  •  Blau   –  Vegetative Dystonie

Nasenflügel zeigen die Qualität der Atmungsorgane

Die Nasenflügel zeigen die Qualität der Atmungsorgane und den Zustand der Bronchien bzw. oberen Luftwege und der Lungenflügel. Kleine Nasenlöcher und eng anliegende Nasenflügel zeigen eine flache Atmung, die zu Hemmungen im Kommunikationsverhalten führt und darauf hinweist, dass keine dauerhafte Arbeitsleistung möglich ist.

Große Nasenlöcher und volle Nasenflügel zeigen, dass das vorhandene Lungenvolumen voll genutzt wird und dass eine andauernde Arbeitsleistung erbracht werden kann.

Funktionalität des Magens

Die Nasenspitze steht mit dem Magen und damit mit unseren Verdauungsorganen in Verbindung und weist bei Empfindlichkeit oder Schwäche eine Einbuchtung auf. Ebenso zeigt sich an der Nasenspitze auch die Zone des Sonnengeflechts.

Rechts und links der Mundwinkel kann die Funktionalität des Magens beurteilt werden. Falten in diesem Bereich weisen Belastungen aus und bräunliche Verfärbungen zeigen Magensäuremangel.

Schilddrüse und Herz

Am Pallium, unterhalb der Nasenflügel, sind die Zonen der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse erkennbar und an der Nasolabialfalte der Zustand des Herzens.

Lippen zeigen den Darm

Eine spezielle Bedeutung kommt den Lippen und ihrer Farbe zu. Ein gesundes Neugeborenes besitzt immer volle und rote Lippen.

Die Lippen und die Mundumgebung spiegeln den Verdauungstrakt. Die Lippen zeigen den Darm, seine Funktionsfähigkeit und seinen Energiezu¬stand. Blasse bzw. graue Lippen verraten Energiemangel und Insuffizienz, so dass Nahrung kaum verdaut werden kann.

Farbunterschiede von Ober- und Unterlippe weisen auf eine Dysbiose hin, d. h. die Darmflora sollte saniert werden.

Die Umrandung der Oberlippe zeigt den Zwölffingerdarm (Duodenum). Bei Rötung dieser Zone besteht eine Reizung, ggf. eine Entzündung, bei Blässe eine Insuffizienz. Das Duodenum ist in beiden Fällen nicht voll funktionsfähig.

Längsfalten der Lippen sind normal. Wenn Querfalten auftreten, zeigt das eine Störung der Darmflora an, die eine Nahrungsverwertung behindert. Der dadurch auftretende Mangel an Nährstoffen verstärkt die Problematik.

Umgebung der Lippen

Unterhalb der Unterlippe sind die Zonen der Leber, der Bauchspeicheldrüse (Pancreas), der Milz, der Gallenblase und ihrer Gänge lokalisiert. Schwellungen, Farb- und Strukturveränderungen (wie in der Einleitung beschrieben) zeigen auch hier nach dem gleichen Schema Organ- und Funktionsstörungen an. Der Magen verdaut Nahrung und auch Emotionen.

Stoffwechselzonen im Gesicht

Die Qualität und Funktionalität des Stoffwechsels lesen wir an den einzelnen Zonen ab. Bedeutung haben Farbe, Hautstruktur und Falten. Rötungen stehen dabei für Überlastung und Blässe für ungenügende Funktion.

Nervensystem und Unterleibsorgane

Die Augenumgebung, insbesondere die Zone unterhalb des Auges, verrät uns den Zustand des Nervensystems, der Unterleibsorgane, der Blase und Nieren. Wenn wir uns genügend Schlaf gönnen, so dass sich unsere Nerven und unser Gehirn gut erholen und regenerieren können, dann zeigt unsere Augenumgebung eine frische, gesunde Farbe und ist weder eingesunken noch geschwollen. Schattierungen um die Augen deuten generell auf nervliche Schwäche hin. Schwellungen und Farbveränderungen in den einzelnen Zonen weisen auf Störungen hin.

Augenlider spiegeln das Nervensystem

Das untere Augenlid spiegelt unser vegetatives Nervensystem und gibt uns Hinweise auf unsere motorische Nervenkraft. Bei einem dünnen und flachen unteren Augenlid verfügt der Mensch über wenig Energie und wenig Geschlechts- und Nervenkraft. Deshalb benötigt er viel Schlaf, um sich gut zu erholen. Sind das untere Augenlid oder die Umgebung darunter dunkel gefärbt, besteht ein noch größerer Energiemangel. Diese Verschattung entsteht dann, wenn der Mensch über längere Zeit nicht seinen Rhythmus lebt. Er überfordert sich, seine Kreativität und Vitalität sind stark reduziert und es wird für eine Kräftigung noch viel mehr Schlaf und Erholungszeit benötigt.

Das pralle und dicke untere Augenlid zeigt ein ausgeruhtes motorisches Nervensystem und damit vitale Spannkraft sowie Geschlechtskraft.

Am oberen Augenlid sehen wir die sensible Nervenkraft und geistige und vitale Einsatzbereitschaft des Gehirns. An einem strahlenden und hellen oberen Augenlid zeigen sich die ethischen Absichten im Denken.

Patho-Physiognomik ist Gesundheitsvorsorge

Durch die frühzeitige Erkennung einzelner Funktionsstörungen eignet sich die Patho-Physiognomik ideal zur Gesundheitsvorsorge.

Quelle: Das Gesicht und seine Faszination; K. Thornton, K. Ritter