Phrenologie

So individuell wie die Menschen sind, so unterschiedlich ist auch ihr Aussehen. Die Naturell-Lehre oder auch Konstitutionstypenlehre nach Carl Huter lässt bereits Rückschlüsse auf die Hauptlebensrichtung eines Menschen zu. Der Konstitutionstyp prägt das Aussehen des Menschen. Sowohl den Körperbau, wie auch den Kopfbau. Jedes Naturell hat idealtypischer Weise auch den entsprechenden Kopfbau, die Deutung dessen erfassen wir durch die sogenannte Phrenologie.

Jeder Mensch (selbst wenn es eineiige Zwillinge sind) unterscheidet sich in seinem Aussehen. Dies ist besonders deutlich am Kopf- und Gesichtsbau erkennbar. Es sind genau diese Abweichungen, an denen das Individuelle eines jeden Menschen innerhalb seiner Grundbedürfnisse, die durch den Konstitutionstyp bedingt sind,  erkennbar wird.

Bei der psycho-physiognomischen Betrachtung sind das Gesicht des Menschen von besonderer Bedeutung (siehe Abschnitt zum Gesicht), aber auch die anderen Teile des Kopfes. Hierzu zählen insbesondere der Hinterkopf und das Seiten- und Oberhaupt. Vereinfacht gesagt, kommen am Seitenhaupt die Sinne für materiellen Erwerb und für Wissensansammlung zum Ausdruck. Das Hinterhaupt gibt Ausschluss über unbewusste Tatantriebe und das Oberhaupt zeigt nicht nur die Beziehung zwischen dem „Du“ und dem „Ich“, sondern auch das höhere Gefühlsleben, die Beziehung zum Spirituellen, und die Einordnung zueinander.

Denn wichtig ist nicht nur die jeweilige Form der einzelnen Teile des Kopfes, sondern es müssen in die Deutung unbedingt auch die sog. fein-physiognomischen Merkmale einbezogen werden. Hierunter versteht man die unterschiedlichen Haut- und Gewebsstrukturen. Erst die Einbeziehung dieser Merkmale ergibt die qualitative Deutung. Daher ist die Psycho-Physiognomik auch keine reine Phrenologie (Schädelausdruckskunde). Diese ist lediglich ein Teilgebiet, das aber in die Deutung einbezogen wird.

Die einzelnen Ausdrucksareale werden nicht isoliert betrachtet, sondern in Verbindung miteinander. Bestimmte Achsenlagen am Kopf zeigen wie die Areale zueinander zu deuten sind. Daneben sind auch die jeweiligen Übergänge zwischen den einzelnen Kopfteilen von Bedeutung.

Das Wissen, welche Areale es im Einzelnen gibt, wie diese zu deuten sind und welche Zusammenhänge beachtet werden müssen, kann sich nur im Rahmen von Schulungen angeeignet werden.

Psycho-Physiognomik ist lernbar. Aber zwei Voraussetzungen sind notwendig: Freude an der Beobachtung und Vorurteilslosigkeit.