Was ein Gesicht verraten kann

Menschenkenntnis ist die Fähigkeit, das Verhalten oder den Charakter von Menschen aufgrund eines ersten Eindrucks richtig einzuschätzen, zu erkennen und zu beurteilen, und vorherzusagen wie sie denken und wie sie handeln werden. Entscheidende Faktoren für diese Fähigkeit sind Lebenserfahrung, Intuition, Intelligenz und Weisheit. Menschenkenntnis ist nicht angeboren, sondern man erwirbt sie durch den häufigen Umgang mit Menschen und durch Erfahrung mit vielen unterschiedlichen Menschen.

Die Einschätzung eines Menschen hört nicht mit dem ersten Eindruck auf. Kennen wir jemanden sehr gut, können wir die Verhaltensweisen im Laufe der Zeit immer zutreffender einschätzen. Wird Menschenkenntnis gelernt, qualifiziert sich die Einschätzung durch Beobachtung und Deutung. Menschenkenntnis verständlich zu vermitteln, so dass sie alltäglich anwendbar ist, ist Sinn der hier vermittelten Systematik. Zwei Voraussetzungen sind dafür notwendig: 1. Vorurteilslosigkeit und 2. Freude an der Beobachtung.

Menschenkenntnis betrifft nicht nur die Menschen um uns herum, sondern auch an uns selbst. Keine Menschenkenntnis ohne Selbstkenntnis und umgekehrt.

Verrät das Gesicht den Charakter ?

Die Antwort mag überraschen, sie ist aber ein klares „nein“. Nur wer das gesamte Erscheinungsbild des Menschen in Betracht zieht, erhält zufriedenstellende Ergebnisse. Erste Erfolge stellen sich während des Studiums schnell ein. Menschen werden in ihrer Individualität wahrgenommen und anders als vorher gesehen.

Einer Erwartungshaltung nach einem Schnellkurs für Menschenkenntnis können und wollen wir nicht nachkommen. Das funktioniert auch nicht. Mit Menschenkenntnis nach dem Motto, „die Nase bedeutet das und das“ kann man den Menschen in seiner gesamten Persönlichkeit nicht erfassen und man wird ihm damit nicht gerecht.

Menschenkenntnis hilft,

• eigenes und fremdes Verhalten besser zu deuten und zu verstehen

• um mit gestärkter sozialer Kompetenz zu handeln

• um mit gestärkter Selbstsicherheit aufzutreten

• ein verfeinertes psychologisches Einfühlungsvermögen zu entwickeln.

Einen ersten Eindruck hinterlässt ein Mensch, wenn wir ihn kennenlernen. Ist er Freund oder Feind, sympathisch oder unsympathisch, halten wir ihn für vertrauenswürdig oder ist es besser, zu misstrauen. Einschätzungen werden binnen Bruchteilen von Sekunden unbewusst getroffen. Der eigentliche Entscheidungsprozess in uns bleibt jedoch verborgen. Nur das Ergebnis wird über ein Gefühl transportiert, und das löst den Eindruck aus.

Wie das Denken, Fühlen und Handeln beeinflusst wird

Der Mensch meint – als rationell denkendes Wesen – sein Verhalten intellektuell zu steuern. Tatsächlich aber laufen viele Vorgänge dieser Art im Menschen automatisiert und unbemerkt ab. Manchmal fühlt man sich durch den Impuls motiviert, manchmal gehemmt. Dieser Vorgang wirkt in uns und beeinflusst menschliches Denken, Fühlen und Handeln. Je genauer die Prozesse erkannt werden, umso offenkundiger werden Verhaltensweisen. Wer die Wirkungsmechanismen kennt, ist weniger manipulierbar.

Die Zuordnung einiger weniger Attribute beschreibt nicht den Menschen. Um hinreichend sicher charakterisieren zu können, bedarf es des ausreichenden Erkennens der Charaktereigenschaften. Es ist schwierig genug, die eigenen Schwächen und Stärken festzustellen und vergleichend einzuordnen. Erhalten die Bedürfnisse, Neigungen und Eignungen den Raum um erkannt und entfaltet zu werden?

Der Mensch ist kein Objekt, das begutachtet, bewertet oder verurteilt wird, sondern ein Individuum, das in uns Empfindungen auslöst, da es nicht „Nicht-Wirken“ kann

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